FG Bürgerwehr

Fasnachtsbräuche - Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr

Wir haben einieges an Informationen über diverse Fasnachtsbräuche aus diversen Quellen zusammengetragen.

Figuren

Der Johee ist eine Figur der Einsiedler Fasnacht. Sie tritt zusammen mit dem Mummerie und dem Hörelibajass am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen bestreiten diese Figuren das Brotauswerfen, bei dem abwechselnd von verschiedenen Bühnen Brotlaibe (sog. Mütschli) in die Zuschauermenge geworfen werden. Dem Volksmund nach stellt der Johee einen Sennen dar, der auf Welschlandfahrten sein Vermögen verloren hat. Er trägt eine schwarze, halblange Hosen mit weissen Kniestrümpfen sowie ein weisses Hemd. Um den Bauch trägt er eine Trichel (Schelle). In der Hand hält er einen Tannreisbesen. Das Gesicht wird durch eine wertvolle Holzmaske bedeckt.

Der Mummerie ist eine Figur der Einsiedler Fasnacht. Sie tritt zusammen mit dem Johee und dem Hörelibajass am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen bestreiten diese Figuren das Brotauswerfen, bei dem abwechselnd von verschiedenen Bühnen Brotlaibe (sog. Mütschli) in die Zuschauermenge geworfen werden. Dem Volksmund nach stellt der Mummerie einen Rosshändler dar, der auf Welschlandfahrten sein Vermögen verloren hat. Er trägt ein rot, schwarz, gelb gestreiftes Kleid sowie ein Pferdegeröll über seiner Schulter. In der Hand hält er einen Rossschwanz. Auf dem Kopf trägt der Mummerie eine Perücke mit Filzhut. Das Gesicht wird durch eine wertvolle Holzmaske bedeckt.

Der Hörelibajass ist eine Figur der Einsiedler Fasnacht. Sie tritt zusammen mit dem Mummerie und dem Johee am Fasnachtsdienstag auf. Zusammen bestreiten diese Figuren das Brotauswerfen, bei dem abwechselnd von verschiedenen Bühnen Brotlaibe (sog. Mütschli) in die Zuschauermenge geworfen werden. Der "Hörelibajass" ist wahrscheinlich städtischen Ursprungs. Er ist für den Brotnachschub beim Brotauswerfen verantwortlich und macht den beiden anderen Figuren mit Schweinsblasen ("Süübloutere"), die an Stöcken befestigt sind, den Weg frei. Der Hörelibajass trägt eine weisse Narrenlarve sowie eine Haube mit drei "Höreli". Der Hörelibjass ist ganz in weiss gekleidet.

Quelle: "Einsiedler Fasnacht", Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder Einsiedeln (ohne ISBN / erhältlich bei Buchhandlung Benziger Einsiedeln)
 

Brotauswerfen

Das Brotauswerfen ist ein Brauch der Einsiedler Fasnacht. Es findet jährlich jeweils am Nachmittag des Fasnachts-Dienstages statt. Dabei werden durch eine Maskengruppe, welche aus Joheen, Mummerien und Hörelibajassen besteht, rund 9000 "Mütschli" ausgeworfen. Ein Mütschli ist ein Brotlaib mit einem Gewicht von 250 Gramm, womit insgesamt über zwei Tonnen Brot ausgeworfen werden.

Zu diesem Zweck werden drei Bühnen auf drei verschiedenen Plätzen im Dorf erstellt. Vor dem Auswerfen bahnt sich die Masekengruppe durch die Menschenmenge einen Weg zur Bühne. Sobald alle ihre Position bezogen habe, beginnt das Auswerfen. Natürlich versuchen die Gäste jeweils, ein "Mütschli" direkt zu fangen.

Viele Einheimische sind sich darin einig, dass es sich beim Brotauswerfen um den schönsten Fasnachtsbrauch in Einsiedeln handelt. So verwundert es nicht, dass sich um die Bühnen jeweils eine riesige Menschenmenge drängt und dass viele Besucher von auswärts extra für diesen Anlass nach Einsiedeln reisen. Der Brauch wird seit 1903 vom Turnverein Einsiedeln durchgeführt, welcher damals die Garderobe vom Pfauenwirt Karl Gyr-Kälin erhalten hat. Gemäss Martin Gyr ist der Brauch aber bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgbar. Ziel war das Almosengeben, herrschte in jener Zeit doch grosse Armut.

Quelle: "Einsiedler Fasnacht", Fasnachtsgesellschaft Goldmäuder Einsiedeln (ohne ISBN / erhältlich bei Buchhandlung Benziger Einsiedeln)