FG Bürgerwehr

Geschichte - Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr

Erstes Auftreten an der Fastnacht 1930

Bereits bevor die „Bürgerwehr" gegründet wurde, haben einige Einsiedler BürgerInnen anlässlich der Fastnacht eine Aufführung durchgeführt. Diese wurde zu Gunsten von armen Kindern organisiert, um mit dem Ertrag etwas Gutes zu tun. So ist der erste Fasnachtsauftritt von 1930 entsprechend bildlich festgehalten.

1932

An einem Sonntag Ende Januar versammelten sich die Mitglieder der früheren Aufführungen im Gasthaus Drusberg. An dieser Sitzung wurde einstimmig beschlossen die „Bürgerwehr" aufzuführen. Auch wurde beschlossen unter finanzieller Mithilfe der Mitglieder den Kindern Wurst und Brot zu verabfolgen.

Fasnachtsaufführung der „Bürgerwehr" 1932!

Am Fasnachtsmontag punkt 8 Uhr versammelten sich die Bürgerwehrsoldaten auf dem Bahnhof. Unter den strammen Klängen der zugezogenen Musik zog die Bürgerwehr durch die Langrüti- Schwanen und Hauptstrasse auf den Sternenplatz wo grosse Auslege-Ordnung war. Es gab viele Mängel zu beanstanden. In der Zwischenzeit arbeitete die Feldküche unter der Leitung von Küchenchef Wilhelm Füchslin ausgezeichnet. Nach kurzer Zeit konnte Herr Hauptmann Walter Zehnder zur Zwischenverpflegung antreten lassen, wo jeder eine heisse Wurst und äs „Schwarzes" bekam. Nach demselben zog die Bürgerwehr den Kindern, unter grossem Jubel Würste austeilend, die Hauptstrasse hinunter zum grossen Defilé. Nachher löste sich die Bürgerwehr auf zu einer gemütlichen Stunde bei der stets liebenswürdigen und spenditen Frau Schuler zum Drusberg. Es wurde beschlossen im nächsten Jahr wieder aufzutreten.

Gründung der Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr am 19. Februar 1933

Abends 5 Uhr versammelten sich zirka 30 Mitwirkende vom vorigen Jahr im Gasthaus Drusberg zur ordentlichen Versammlung. An dieser Versammlung wurde einstimmig beschlossen eine Fastnachtsgesellschaft unter dem Namen „Bürgerwehr" zu gründen. Auch wurde beschlossen an der diesjährigen Fastnacht eine Schönheitkonkurenz zu veranstalten. Als Präsident der Gesellschaft wurde Walter Zehnder gewählt, Vicepräsident und Aktuar Jos. Rief, Beisitzer Füchslin Wilhelm, Steinauer Franz und Kälin Jos. Funsis, Ochsner Arnold. Der Jahresbeitrag wurde auf 2 Franken festgesetzt. Auch wurde beantragt, da zirka 80 Franken in der Kasse seien, den Kindern Wurst und Brot zu verteilen. Dieser Antrag wurde einstimmig genehmiget, und dem Vorstand übergeben. Auch wurde einstimmig beschlossen unter gut bekannten eine kleine Sammlung durchzuführen zugunsten der Kinderbescherung. So steht es im Gründungsprotokoll geschrieben.

Die Bürgerwehr im Jahre 2005

Die "Bürgerwehr" bezweckt die Belebung der Fasnacht durch Umzüge, Maskenbälle, Fasnachtszeitungen und weitere zur Erhaltung der Fasnacht dienenden Veranstaltungen. So steht es im Artikel zwei der heute geltenden Statuten geschrieben. Diesem Ziel fühlen sich die heute rund 130 Mitglieder auch verpflichtet.

Die Fasnachtsgesellschaft Bürgerwehr ist heute aus der Einsiedler Fasnacht nicht mehr weg zudenken. Zu Ihren Hauptaufgaben gehört die Durchführung eines Maskenballs. In den vergangenen Jahren hat sich der Bürgerwehr Maskenball zum Treffpunkt der einheimischen Hudis und Fasnachtsintressierten entwickelt. Den Traditionen verpflichtet organisiert die Bürgerwehr im Wechsel mit den Goldmäudern am Fasnachtsmontag den Fasnachtsumzug. In den Zwischenjahren wird jeweils die nicht mehr aus den Zeitungsregalen zu denkenden Fasnachtszeitung „dr Zwärchfäll Schüttler" erarbeitet und erstellt.

Jedes Jahr im Programm steht der Fasnachtsdienstag mit dem Verbrennen des „Pagats" für den die Bürgerwehr verantwortlich zeichnet. Das Brauchtum des Pagatverbrennens wurde erst 1958 wieder aufgenommen, nachdem das Kloster das Ritual des Pagats-Vergrabens im Weisswindgarten in den dreissiger Jahren reklamiert hat und sich der Bezirksrat von Einsiedeln gezwungen sah dieses Ritual zu verbieten. Die Fasnachtsgesellschaft zählt heute rund 130 Mitglieder. Es darf festgestellt werden, dass auch die heranwachsende Generation bereit ist die Fasnachtstraditionen weiter zu pflegen, wie sich dies die heutige Führung des Vereins auf die Fahne geschrieben hat. So wird versucht alte Bräuche wieder zum Leben zu erwecken. Entsprechend wurden die Dominos wieder nach alten Schnittmustern erstellt. Es besteht auch die Absicht in Zukunft die alten Figuren des Fasnachtdienstagsumzugs (Pagatverbrennen) wieder zum Leben zu erwecken.

Es ist nicht so, dass sich eine Fasnachtsgesellschaft wie die Bürgerwehr nur mit den für sie „heiligsten Tagen" im Jahr befasst. Es gibt neben den Fasnachtstagen auch noch einige andere Anlässe die organisiert oder durchgeführt werden. So sind die Trychler immer wieder gern gesehene Gäste an den diversesten Anlässen, wie Hochzeiten, Geburtstagen, Verabschiedungen etc. Auch der Sommerplausch ist ein gut besuchter Anlass, mit dem das Ziel verfolgt wird auch ausserhalb der Fasnachtstage die Kameradschaft unter den Mitgliedern zu pflegen.